Deutsche Mineralogische Gesellschaft

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Abraham-Gottlob-Werner-Medaille

 

Die DMG verleiht

die

Abraham-Gottlob-Werner-Medaille


in Silber für hervorragende wissenschaftliche Leistungen und
in Gold für große Verdienste um die Förderung der Mineralogischen Wissenschaft.

Die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille in Silber ist die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft.

 

Preisträger der letzten Jahre

2009 Andrew Putnis (Münster)

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Die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille in Silber ging an Herrn Prof. Dr. Andrew Putnis (Universität Münster) für seine umfangreichen Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Phasenumwandlungen und der Mineral-Fluid-Wechselwirkungen. Seine Untersuchungen zu Ordnungs-Unordnungsphänomenen, displaziven Phasenumwandlungen sowie Entmischungsprozessen in Mineralen stellen grundlegende Beiträge zum Verständnis der Mechanismen und der Kinetik von Phasenumwandlungen sowie der Thermodynamik von Mischkristallen dar. Auf dem Gebiet der Mineral-Fluid-Wechselwirkungen hat Prof. Putnis richtungsweisende Beiträge zur Auflösung und zum Wachstum von Mineralen in wässrigen Lösungen, insbesondere unter dem Einfluss von organischen und anorganischen Additiven, geleistet. Als zentraler Baustein für die mineralogische Ausbildung an vielen Universitäten weltweit gilt sein Lehrbuch „Introduction to Mineral Sciences“.

2008 Martin Okrusch (Würzburg)

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Die Deutsche Mineralogische Gesellschaft verleiht die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille in Silber an Herrn Prof. Dr. Martin Okrusch für seine umfangreichen Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Regionalen Petrologie. Die Kristallinanteile der Orogene der kontinentalen Erdkruste enthalten eine Vielzahl von Informationen über die geodynamischen Entwicklungsstadien, die die jeweiligen Kontinente und Kontinentteile durchlaufen haben. Die petrologische und geochemische Charakterisierung von Magmatiten, vor allem aber die metamorphe Umwandlung von Gesteinen unter verschiedensten Druck- und Temperaturbedingungen sowie ihre zeitliche Einordnung und die daraus abzuleitenden Schlußfolgerungen für die plattentektonische Entwicklung der jeweils untersuchten Regionen waren und sind das Arbeitsgebiet von Herrn Professor Okrusch. Schwerpunkte seiner Metamorphosestudien setzte Herr Okrusch dabei vor allem in den Helleniden mit dem Blauschiefer-Gürtel der Kykladen und den Metamorphiten der Inseln Samos sowie Kreta, im Kristallin des panafrikanischen Damara-Orogens, des Kaoko-Gürtels und des prä-panafrikanischen Grundgebirges von Namibia sowie weiterhin in den mitteldeutschen Grundgebirgsregionen und in Ostbayern. Die Ergebnisse der Untersuchungen trugen ganz wesentlich zum Verständnis der erdgeschichtlichen Entwicklung der bearbeiteten Regionen bei. Die Forschungsarbeit von Herrn Professor Okrusch wird durch bislang 198 Publikationen, Buchbeiträge und Abstracts dokumentiert.

2008 David Rubie (Bayreuth)

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Die Deutsche Mineralogische Gesellschaft verleiht die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille in Silber an Herrn Prof. Dr. David C. Rubie für seine fundamentalen Forschungsergebnisse zum Verständnis der Zustände und Prozesse im Erdinnern. Durch ideenreiche Weiterentwicklung der Multianvil-Technologie konnte er seine innovativen Konzepte zur Kinetik metamorpher Reaktionen und zum Zusammenhang zwischen Rheologie und Transformationsplastizität quantifizieren. Dies erwies sich als entscheidend für das Verständnis der Antriebskräfte der Plattentektonik und für die Erhaltung von Höchstdruck-Mineralvergesellschaftungen. Mit seinen Untersuchungen der Transformationsmechanismen, insbesondere der Hochdruckmodifikationen des Olivins verknüpfte er die Ursachen im atomaren Bereich mit den Auswirkungen im globalen Maßstab. Seine Untersuchungen zur Elementfraktionierung und zur Viskosität von Silicatschmelzen unter extremen Bedingungen erlauben die Entwicklung quantitativer Szenarien zur Differenzierung der Proto-Erde aus einem Magma-Ozean. Seine zahlreichen, in international höchst renommierten Zeitschriften veröffentlichten Arbeiten sind bahnbrechend für die Gebiete Mineralogie, Geochemie und Geophysik.

2007 Herbert Kroll (Münster)

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Die Deutsche Mineralogische Gesellschaft verleiht die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille in Silber an Herrn Prof. Dr. Herbert Kroll für seine fundamentalen Arbeiten und Forschungsergebnisse zum Verständnis der Mischkristallbildung, Metrik, Struktur, Thermodynamik, zur Synthese und zum Ordnung/Unordnungsverhalten von Modellmineralen insbesondere mit Al/SiO4-Tetraederbaugruppen. Die Feldspäte spielen neben wichtigen anderen Mineralen in dem Lebenswerk von Herrn Professor Kroll eine herausragende Rolle. Herr Prof. Dr. Herbert Kroll gelang es, in seinen äusserst präzise ausgeführten Forschungsarbeiten grundlegende Erkenntnisse sowohl zu Entmischungsphänomenen, Gleichgewichtseinstellungen, zur Kinetik allgemein und über strukturelle Phasentransformationen zu gewinnen. Die in 65 Originalarbeiten, Buchbeiträgen und über 130 Abstract publizierten Studien gelten als bahnbrechend für das Gebiet der Mineralogie und haben auch in der Kristallographie und Festkörperchemie zahlreiche Abnehmer.

2006 Jochen Hoefs (Göttingen)

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Die Deutsche Mineralogische Gesellschaft verleiht die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille in Silber an Herrn Prof. Dr. Jochen Hoefs für seine fundamentalen Arbeiten zum Verständnis der Isotopengeochemie der Elemente Wasserstoff, Lithium, Kohlenstoff, Sauerstoff und Schwefel. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen sind in mehr als 100 internationalen Publikationen sowie in zahlreichen Buchkapiteln niedergelegt. Sein Buch Stable Isotope Geochemistry, welches inzwischen in der fünften Auflage erschien, bildet die Grundlage der Ausbildung in stabiler Isotopengeochemie an vielen Instituten weltweit. Professor Hoefs hat stark transdisziplinär gearbeitet und über die Geowissenschaften hinaus mit den Biowissenschaften, der Archäologie oder der Medizin kooperiert. Die bandbreite seiner Veröffentlichungen reicht von klassisch erdwissenschaftlichen Themen wie der Magmengenese, den Fluid-Gesteins-Wechselwirkungen oder der geochemischen Entwicklung des Meerwassers über die Erdgeschichte über die Herkunft von Marmoren für Büsten der Münchner Residenz bis zur Isotopenzusammensetzung von Hühner- oder gar Dinosaurier-Eierschalen. Insbesondere die Isotopengeochemie des Kohlenstoffs zieht sich wie ein roter Faden durch das Lebenswerk von Herrn Hoefs. Seine Arbeiten legten das Fundament für unser heutiges Verständnis des Kohlenstoffkreislaufs. Schließlich ist hervorzuheben, dass auch grundlegende Arbeiten zur räumlich hochauflösenden Isotopenanalytik mittels Laser-Ablation aus der Arbeitsgruppe von Professor Hoefs stammen, insbesondere die Entwicklung der Excimer-Laser-Fluorination, die ohne Zweifel als bahnbrechend für das Feld der Isotopengeochemie war.

2004 Friedrich Seifert (Bayreuth)

aus der Laudatio: "Die Deutsche Mineralogische Gesellschaft verlieh die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille in Silber an Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Friedrich Seifert in Würdigung seiner großen wissenschaftlichen Verdienste um die Experimentelle und Theoretische Petrologie sowie seiner Arbeiten zur Spektroskopie von Mineralen und Silikatschmelzen. (...) Friedrich Seifert begann seine Karriere mit grundlegenden experimentellen und phasenpetrologischen Arbeiten über pelitische Modellsysteme bei Drücken und Temperaturen der Gesteinsmetamorphose. Dazu konstruierte er neuartige Gasautoklaven und Kolben-Zylinder-Pressen. Bei Aufenthalten am Geophysical Laboratory, Washington, D.C., begann er, sich mithilfe der Mößbauer-Spektroskopie den kinetischen Problemen der Mineral- und Gesteinsbildung zuzuwenden (...) Im Jahre 1986 wurde Friedrich Seifert zum ersten Direktor des neu gegründeten Bayerischen Geoinstituts in Bayreuth berufen. Unterstützt durch die zusätzliche Verleihung des Leibnitz-Preises durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft konnte Friedrich Seifert dieses Institut zu einer der führenden geowissenschaftlichen Forschungseinrichtungen Deutschlands ausbauen."

2003 Ahmed El Goresy (Mainz)

aus der Laudatio: "Herrn Prof. Dr. Ahmed El Goresy, Mainz, wurde in Würdigung seiner großen wissenschaftlichen Verdienste um die Mineralogie extraterrestrischer Gesteine die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille in Silber verliehen. Herr El Goresy ist ein international hoch angesehener Forscher, der über 40 Jahre wichtige und zum Teil wegweisende Beiträge zu grundlegenden kosmochemischen Fragestellungen geleistet hat. (...) Die besonderen von seinem Lehrer Paul Ramdohr erlernten Fähigkeiten im Umgang mit der Auflichtmikroskopie, sowie die Anwendung neuer mikrochemischer Methoden, müssen als Basis der wissenschaftlichen Leistungen von Herrn El Goresy angesehen werden. Die außerordentliche Produktivität von Herrn El Goresy in den letzten Jahren ist bemerkenswert und beweist einmal mehr, daß innovative und kreative Forschung nicht an das Alter gebunden ist."

2002 Volkmar Trommsdorff (Zürich)

aus der Laudatio: "Volkmar Trommsdorff, 1936 in Darmstadt geboren, ist einer der international erfolgreichsten Petrologen aus dem kontinentalen Europa. (...) Das heutige revolutionäre geowissenschaftliche Bild des Alpenorogens hat er wesentlich mitgeprägt. Voraussetzung dafür war sein stets ganzheitlicher Blick, von der Großtektonik und Geländekartierung über die Gefügekunde bis zu den Mineralreaktionen, zu Phasendiagrammen und petrogenetischen Netzen. (...) Von den etwa 130 Diplomanden und 50 Doktoranden seiner Züricher Jahre sind viele in akademischen Führungspositionen gelandet und gereichen der Trommsdorff-Schule noch lange zur Ehre."

1999 Heinrich Wänke (Mainz)

aus der Laudatio: "Die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille in Silber erging an Herrn Professor Dr. Dr. h. c. Heinrich Wänke, Mainz, in Würdigung seiner großen wissenschaftlichen Verdienste um die Geochemie und Kosmochemie. (...) Durch seine Entwicklung der Multielement-Neutronenaktivierungsanalyse insbesondere mit Hilfe radiochemischer Methoden und seine frühen Arbeiten zur Geochemie der Meteorite war Heinrich Wänke optimal für die Untersuchung der Mondproben vorbereitet. (...) Heinrich Wänke [hat] die chemischen Zusammensetzungen von Erde, Mond, Vesta und Mars abgeschätzt. Auch die kürzlichen spektakulären in-situ Analysen von Marsboden und Marsgestein gehen auf seine Initiative zurück. (...) Er hat den Mut gehabt, unkonventionelle Wege zu gehen und dadurch neue Forschungsfelder eröffnet. Heinrich Wänke genießt international ein hohes Ansehen, wie kaum ein zweiter Geo- oder Kosmochemiker in Deutschland."

1999 Hans-Dietrich Maronde (Bonn)

aus der Laudatio: "Herrn Dr. Hans-Dietrid Maronde, Bonn, wurde in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Förderung der Mineralogischen Wissenschaft die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille in Gold verliehen. Hans-Dietrich Maronde hat durch seine langjährige Tätigkeit als Fachreferent bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft die Entwicklung der Geowissenschaften und damit auch der Mineralogie wesentlich mitgestaltet. (...) Durch sein Engagement in nationalen und internationalen Programmen wie das Kontinentale Tiefbohrprogramm, das Ocean Drilling Program und Europrobe hat er zum Abbau von Fächergrenzen nachhaltig beigetragen und internationale Maßstäbe im Management gesetzt. (...) Die Deutsche Mineralogische Gesellschaft dankt Hans-Dietrich Maronde für sein uneigennütziges und erfolgreiches Wirken."

1998 David Headley Green (Canberra)

aus der Laudatio: "Herrn Professor Dr. David Headley Green, Canberra, wurde in Würdigung seiner großen wissenschaftlichen Verdienste um die Petrologie die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille in Silber verliehen. David H. Green is one of today's most outstanding modern petrologists. (...) During his scientific career David Green has made fundamental contributions to our present knowledge of melt generation and melt differentiation in the earth. (...) He was the first to recognize that large bodies of spinel peridotite in the earth's crust like the famous Lizard peridotite were emplaced as high-temperature diapirs into their bedrocks. (...) A highlight of his cooperation with E. A. Ringwood and a benchmark in magmatic petrology was - and still is - the classic paper on the origin of basaltic magmas published in Contributions to Mineralogy and Petrology. (...) Apart from his outstanding scientific achievements, the Deutsche Mineralogische Gesellschaft also honours David Green as an inspiring academic teacher. Some of the younger petrologists in Germany, who are now in prominent positions at German universities, had the privilge of being among his students."

1997 Theo Hahn (Aachen)

aus der Laudatio: "Herrn Professor Dr. Theo Hahn, Aachen, wurde in Würdigung seiner großen wissenschaftlichen Verdienste um die Kristallographie die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille in Silber verliehen. Theo Hahn ist einer der prominentesten zeitgenössischen deutschen Kristallographen. (...) Besonders in den Jahren 1957 bis 1960 zählt Theo Hahn in Deutschland zu den Pionieren einer Anwendung von elektronischen Großrechnern in der Kristallstrukturforschung. (...) Nach seiner Berufung an die Technische Hochschule Aachen begründete er das heute sehr renommierte Institut für Kristallographie. (...) Eine herausragende Leistung Theo Hahns ist seine Herausgabe des Bandes A der neuen "International Tables for Crystallography", mit der er als Vorsitzender des Herausgeberkommitees der IUCr und seine Autorengemeinschaft den Kristallographen in aller Welt einen unschätzbaren Dienst erwiesen haben."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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