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Mineralogie-Flyer




Lesezeichen (mit Kristalloptik-Spickzettel auf der Rückseite)
 


Bewerbungsbeilage
Manche Personalchefs wissen gar nicht, was Mineralogen alles können. Dieses Faltblatt im Format A4 als Beilage zur Bewerbung informiert über die spezifischen beruflichen Qualifikationen und Soft Skills.
Die DMG hält verschiedene Werbe- und Informationsmaterialien zum Thema Mineralogie vorrätig, die zum Erstellungspreis weitergegeben werden. Geeignet für Daueraushang/-auslage in Universitätsinstituten und Museen, für öffentliche Veranstaltungen, für Informationsbesuche in Schulen. Bestellungen richten Sie bitte an die Pressesprecherin der DMG Dr. Heidi Höfer (Bestellung)
 

 

Ein vielseitiges Fach

Mineralogie: Ein vielseitiges Fach und seine Teildisziplinen

Die Mineralogie ist ein außerordentlich facettenreiches Fach mit zahlreichen Berührungspunkten zu Geologie, Chemie, Physik und Werkstoffwissenschaft. Historisch gesehen hat die Mineralogie auf dem Gebiet des Bergbaus, der Beurteilung, Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen bedeutende Beiträge zur technisch-industriellen Entwicklung geleistet. Von ihr sind auch wichtige Impulse auf dem gesamten Feld der Festkörper- und Geowissenschaften ausgegangen. Das Bild der modernen Mineralogie wird geprägt durch eine große inhaltliche Vielfalt und Methodenbreite in Grundlagenforschung und Anwendung.

Über Jahrhunderte hat sich die Mineralogie von einem vorwiegend beschreibenden Fach zu einer quantifizierenden und in weiten Bereichen experimentellen Wissenschaft entwickelt. Die Erschließung und Nutzung von Lagerstätten, das Sammeln, Beschreiben und Klassifizieren vonMineralen waren wesentliche Ausgangspunkte. Heute sind diese traditionellen Bereiche Teile eines breiten Spektrums mineralogischer Teildisziplinen, die weite Bereiche des Makrokosmos der Gesteine und des Stoffbestandes der Erde ebenso abdecken wie den Mikrokosmos der Strukturen und Eigenschaften von Mineralen, Kristallen und Werkstoffen. Die Mineralogie ist damit gleichermaßen Erdwissenschaft wie Materialwissenschaft. Hier einige Teildisziplinen, die inzwischen eine gewisse Eigenständigkeit erreicht haben und deren wesentliche Forschungsschwerpunkte:

Kristallographie: Erforschung des atomaren Aufbaus und der Eigenschaften anorganischer und organischer Kristalle (Strukturforschung, Kristallchemie, Kristallphysik, Kristallwachstum und -züchtung)

Spezielle Mineralogie: Systematik, Eigenschaften der Minerale; Bio-, Tonmineralogie, Edelsteinkunde

Petrologie/Petrographie: Entstehung, Herkunft und Umwandlung der Gesteine; Untersuchungen und Synthesen unter simulierten Bedingungen des Erdinneren (Experimentelle Petrologie), Gefügeuntersuchungen

Geochemie: Verteilungsgesetze, Häufigkeit und Mobilität der chemischen Elemente in der Erde, den Meeren, der Atmosphäre u. im Weltraum (Analytische, Experimentelle, Theoretische, Angewandte, Umwelt-Geochemie)

Kosmochemie: Meteoritenforschung, Entstehung des Sonnensystems, Differentiation des Erdkörpers

Lagerstättenkunde: Entstehung, Exploration, Gewinnung und Aufbereitung von Rohstoffen (Theoretische, Experimentelle und Angewandte Lagerstättenforschung)

Angewandte (Technische) Mineralogie: Aufbereitung und Verarbeitung von Rohstoffen, Mineralogie technischer Verfahren, Entwicklung, Herstellung und Charakterisierung von Werkstoffen, Umweltmineralogie, Archäometrie, Denkmalpflege, Denkmalschutz

Instrumentelle Methoden (Auswahl)

Beugungsmethoden

  • Pulverdiffraktometrie
  • Einkristalldiffraktometrie
  • Kleinwinkelstreuung
  • Elektronenmikroskopie
Abbildungsmethoden
  • Polarisationsmikroskopie
  • Rasterelektronenmikroskopie
  • Rastersondenmikroskopie (Rastertunnel-, Rasterkraft-, Nahfeld-Mikroskopie)
  • Röntgentopographie
Gefügeanalyse
  • Mikroskopie
  • Texturgoniometrie
Synthesemethoden
  • Kristallzüchtung (aus Lösung, Schmelze u. Gasphase)
  • Hydrothermalsynthese
  • Hochdrucksynthese
Thermische Analytik
  • Differentialthermoananlyse
  • Thermogravimetrische Analyse
Spektrometrische und spektroskopische Analysemethoden
  • Gamma-Strahlen-Spektrometrie (Neutronenaktivierung)
  • Röntgenspektroskopie
  • Infrarot-Spektroskopie
  • Mößbauer-Spektroskopie
  • Raman-Spektroskopie
  • Elektronenspinresonanz-Spektroskopie
  • Kernresonanz-Spektroskopie
  • Emissionsspektroskopie
  • Atom-Absorptions-Spektroskopie
  • Röntgenfluoreszenzspektroskopie
  • Elektronenstrahlmikrosonde
  • Sekundärionen-Massenspektrometrie
  • Plasma-induzierte Atom-Emissions- und Massen-Spektrometrie
  • Protonen-/Partikel-induzierte Röntgenemissions-Analyse
  • Spektroskopische und massenspektrometrische Verfahren in
    Kombination mit
    hochortsauflösender Laser-Anregung

    Tätigkeiten und Berufsfelder für Mineralogen

    Die breitgefächerte naturwissenschaftliche Grundausbildung und das reichhaltige Spektrum instrumenteller analytischer Methoden befähigt den Mineralogen - unabhängig vom gewählten Kernfach - zur Bearbeitung vielfältiger wissenschaftlicher und technischer Fragestellungen. Diese Vielseitigkeit macht es dem Außenstehenden oft schwer, die Konturen des Berufsbildes zu erkennen. Deshalb bestehen wenig konkrete Vorstellungen über die Einsatzmöglichkeiten von Mineralogen in Industrie, Technik und Umweltforschung.

    Neben wissenschaftlichen Tätigkeiten an Hochschulen (Grundlagenforschung und Lehre) und anderen staatlichen Forschungseinrichtungen Max-Planck-, Fraunhofer-Institute), Ämtern (Umwelt-, Denkmalschutz-, Geologische Landesämter), Materialforschungs- und Prüfanstalten, für die in der Regel eine Promotion erforderlich ist, bestehen für Diplom-Mineralogen Beschäftigungsmöglichkeiten in den unterschiedlichsten Industriesparten.

    Eine auch nur annähernd vollständige Aufzählung dieser Sparten und der Problemstellungen würde den Rahmen dieser Kurzinformation sprengen, deshalb können nur einige Beispiele genannt werden:

    • Glasindustrie
      Glas und Glaskeramik
    • Keramische Industrie
      Steingut, Porzellan, Oxidkeramik, Sinterwerkstoffe, Biokeramik, Keramische Farben
    • Feuerfestindustrie
      Silikatische u. oxidische Ofensteine u. andere hochtemperaturbeständige Werkstoffe
    • Baustoff- und Bindemittelindustrie
      Zement-, Gips-, Kalk-Industrie,
      Dämmstoffe, Naturbausteine
    • Steine- und Erdenindustrie
      Mineralkonzentrate, Aufbereitungstechnologien; Flotation
    • Chemische Industrie
      anorgan. Füllstoffe, Pigmente, Fasern, Katalysatoren,
      Ionenaustauscher, Korrosionsschutz)
    • Schleifmittelindustrie
      Mineralische
      und synthetische Hartstoffe, Industriediamanten
    • Elektro- und Elektronikindustrie
      Halbleiterkristalle, keramische Supraleiter, Kristalle für piezoelektrische, hochfrequenztech-
      nische, optoelektronische
      u.ä. Anwendungen
    • Optische Industrie
      Einkristalle für
      Linsen, Prismen, opt. Spezialgläser, Laserkristalle
    • Umweltindustrie
      Abfallstoffe und
      Recyclingprodukte aus Müllverbrennungsanlagen, Kraftwerken u. ä.,
      Ölbindemittel,
      Deponieabdichtungsstoffe, Asbestentsorgung und Asbestersatzsstoffe)
    • Papierindustrie
    • mineral. Füllstoffe
      und weitere Bereiche wie:
    • Bergbau und Hüttenwesen
    • Düngemittelindustrie
    • Pharmaindustrie (incl. Zahnersatz)
    • Schmuckindustrie
    • Analytische Dienstleistungsunternehmen
    • Archäometrie u. Denkmalpflege

    Grundsätzlich können die Tätigkeiten in der Industrie in 3 Aufgabenbereiche gegliedert werden:

    Produktionsbereich
    Bereitstellung, Aufbereitung und Charakterisierung
    von mineralischen Rohstoffen; Produktions- und Qualitätskontrolle, Analytik - auch von Prozeßrückständen, Abwässern etc.

    Forschungs- und Entwicklungsbereich
    Neu- und Weiterentwicklung von
    Materialien und Produkten, Prüfung und Verbesserung ihrer Eigenschaften - große Konzerne unterhalten hierfür teilweise eigene Forschungsinstitute

    Anwendungsbereich
    Anwendungsberatung, Verschleiß-, Fehler- und
    Schadensanalyse; Umweltverträglichkeit, Sanierung, Recycling, Deponierung - oft Tätigkeiten beim Kunden im Außendienst

    Der Mineraloge steht meist in Konkurrenz mit Chemikern, Physikern, Verfahrenstechnikern, Chemie- oder Keramikingenieuren. Die Stärke der mineralogischen Ausbildung zeigt sich in dieser Situation in der bereits dargestellten Vielseitigkeit und, ganz wesentlich, in der Erfahrung bei der Behandlung komplexer Stoffsysteme und den gefügeanalytischen und mikroskopischen Arbeitsmethoden.

 

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